Beispiele AUSGEFÜLLTER GEFÄHRDUNGSBEURTEILUNGEN
Verfasst von: Thony Maufay, Ingenieur für Arbeitssicherheit – Gründer von Einfache Gefährdungsbeurteilung.
Zuletzt aktualisiert am: 10. Februar 2026.
Wenn man für ein Unternehmen eine Gefährdungsbeurteilung erstellen muss, weiß man oft nicht genau, wie das Ergebnis am Ende aussehen soll. Dabei ist es ein wichtiger Schritt, sich schon zu Beginn ein klares Bild vom Ziel-Dokument zu machen. Auf dieser Seite finden Sie daher einige Beispiele ausgefüllter Gefährdungsbeurteilungen. Alle diese Dokumente stehen auf dieser Website im Reiter „Download“ als Download zur Verfügung.
Alle hier gezeigten Beispiele erfüllen die in Deutschland geltenden Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung und deren Dokumentation, wie sie insbesondere aus dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sowie den einschlägigen Vorgaben der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) abgeleitet werden. Diese Regelwerke und Praxishilfen definieren zentrale Begriffe der Gefährdungsbeurteilung und geben Orientierung dazu, wie die Dokumentation inhaltlich und formal nachvollziehbar aufgebaut sein sollte.
In den hier dargestellten Beispielen wurden die verschiedenen Gefährdungen sowie die daraus resultierenden Risiken den Arbeitsplätzen zugeordnet, damit klar ist, wer im Unternehmen betroffen ist (je nach Tätigkeit, Arbeitsplatz, Funktion usw.). Außerdem wurden die Gefährdungen nach Priorität geordnet: von den kritischsten Risiken (oben in der Tabelle) bis zu den weniger kritischen Risiken (unten in der Tabelle). Diese Vorgehensweise nutzen wir seit acht Jahren in allen Gefährdungsbeurteilungen, die wir erstellt haben, und die bereits mehr als 3.000 Unternehmen überzeugt haben.

In diesem Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung enthält das Deckblatt eine Illustration des Berufs, auf den sich die Gefährdungsbeurteilung bezieht. Sie können diese Illustration durch das Logo Ihres Unternehmens ersetzen.

In diesem Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung enthält die Titelseite die wichtigsten nützlichen Informationen zum Unternehmen, einschließlich sicherheitsrelevanter Angaben wie dem Standort des Erste-Hilfe-Kastens, dem Standort der Feuerlöscher sowie einer Erinnerung an die Notrufnummern, die im Notfall zu wählen sind. Bei der letzten Aktualisierung der Vorlage wurde außerdem ein Abschnitt „Beobachtungen“ hinzugefügt, mit dem Sie Ihre Version der Gefährdungsbeurteilung besser konte

In diesem Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung fasst die Seite „Risikoprävention“ alle zuvor festgelegten Präventionsmaßnahmen zusammen. Für jede Maßnahme können Sie eine Frist festlegen, bis zu der die entsprechenden Aktionen umgesetzt oder verstärkt werden sollen. Maßnahmen, die aktuell nicht erforderlich sind, können zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet werden.

In diesem Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung enthält das Deckblatt eine Illustration des Berufs, auf den sich die Gefährdungsbeurteilung bezieht. Sie können diese Illustration durch das Logo Ihres Unternehmens ersetzen.
Beispiel unserer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung für Zimmermann, mit den einzelnen Seiten: Titelseite, Unternehmensinformationen, Vorstellung der Methode zur Gefährdungsbeurteilung, Risikobewertung sowie Maßnahmenplan zur Risikoprävention.
Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung für den Hoch- und Tiefbau
Unser erstes Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung betrifft den Hoch- und Tiefbau. Wie bereits erläutert, werden in unseren Gefährdungsbeurteilungen die Gefährdungen nach Arbeitsplätzen gegliedert. In dem Beispiel, das wir Ihnen hier vorstellen, haben wir die Gefährdungen, Risiken und Schutzmaßnahmen für den wichtigsten Arbeitsplatz dieser Gefährdungsbeurteilung besonders hervorgehoben: „Arbeiten auf der Baustelle“.
Das ist jedoch nicht der einzige Arbeitsplatz, der in diesem Dokument behandelt wird. Weitere für Hoch- und Tiefbau-Unternehmen wesentliche Tätigkeiten werden ebenfalls bewertet. Deshalb finden sich in dieser Gefährdungsbeurteilung die arbeitsbedingten Risiken aus vier Arbeitsplätzen:
-
die arbeitsbedingten Risiken im Zusammenhang mit Arbeiten auf Baustellen,
-
die arbeitsbedingten Risiken im Zusammenhang mit Kundenkontakt,
-
die arbeitsbedingten Risiken im Zusammenhang mit Fahrten im Straßenverkehr, insbesondere zwischen dem Betrieb und den Baustellen,
-
die arbeitsbedingten Risiken im Zusammenhang mit der Unternehmensorganisation (Sekretariat und Verwaltung).
Über diese vier Arbeitsplätze hinweg werden insgesamt 37 Gefährdungssituationen detailliert beschrieben – im Sinne von § 5 ArbSchG spricht man dabei von „Gefährdungen“. Ein wesentlicher Teil der aufgeführten Gefährdungen betrifft körperliche Belastungen, insbesondere durch Tragen schwerer Lasten (manuelle Handhabung) und Zwangshaltungen (z. B. kniend, nach vorn gebeugt usw.). Solche Belastungen können zu Muskel-Skelett-Erkrankungen führen, die langfristig stark beeinträchtigen können und im Einzelfall als Berufskrankheit anerkannt werden können.
Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung für Restaurants
Ein weiteres Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung – diesmal für eine Unternehmensart, die in Deutschland besonders stark vertreten ist: Restaurants. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 65.919 Restaurants gezählt.
In dieser Gefährdungsbeurteilung gliedert sich die Bewertung der beruflichen Risiken in drei Haupt-Arbeitsplätze, die typischen Tätigkeiten in nahezu jedem Restaurant entsprechen:
-
Arbeiten in der Küche
-
Service im Gastraum
-
Reinigung der Räumlichkeiten
Ergänzend zu diesen drei Haupt-Arbeitsplätzen werden weitere Arbeitsplätze bzw. Themenbereiche berücksichtigt: Fahrten im Straßenverkehr, die Arbeitsumgebung im Restaurant (z. B. Risiken durch Lärm, hohe Temperaturen usw.) sowie die Betriebsräume (insbesondere Risiken durch Brandentstehung und Brände, aber auch durch elektrischen Schlag/Stromschlag).
Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung für Autowerkstätten
Neues Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung – diesmal für Autowerkstätten. In diesem Dokument stehen chemische Gefährdungen besonders im Fokus, da im Werkstattalltag zahlreiche Betriebsstoffe und Produkte verwendet werden und zusätzlich eine tägliche Exposition gegenüber Abgasen auftreten kann.
Um Redundanzen bei sehr vielen ähnlichen Gefährdungen, Risiken und Schutzmaßnahmen zu vermeiden, haben wir bewusst darauf verzichtet, die Arbeitsplätze nach einzelnen Tätigkeiten (z. B. Ölwechsel, Reifenwechsel usw.) zu gliedern – wie es manchmal praktiziert wird.
Stattdessen folgt unsere Gliederung der Arbeitsplätze einer räumlichen Logik:
die Risiken, die den Werkstattbereich betreffen,
die Risiken im Bereich Sekretariat / Kundenkontakt,
die Risiken im Außenbereich der Werkstatt, insbesondere bei Pannenhilfe- und Berge-/Abschlepp-Einsätzen.
Der Vorteil dieser Gliederung ist, dass sie Wiederholungen von einem Arbeitsplatz zum nächsten vermeidet und eine kompakte, gut verständliche Gefährdungsbeurteilung ermöglicht, die nicht nur angenehm zu lesen ist, sondern vor allem einfach und schnell aktualisiert werden kann, wenn dies erforderlich ist.
Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung für Sekretariat
Vorletztes Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung, etwas Besonderes, da es sich auf einen bestimmten Arbeitsplatz im Unternehmen bezieht: Sekretariat.
Grundsätzlich greift diese Gefährdungsbeurteilung die wichtigsten Gefährdungen auf, die typischerweise bei administrativen Tätigkeiten auftreten – meist zusammengefasst unter dem Begriff „Büroarbeit“.
Diese Arbeitsplätze sind häufig ähnlichen Risiken ausgesetzt, da sie in der Regel in einer vergleichbaren Arbeitsumgebung ausgeübt werden, zum Beispiel:
-
Langes Sitzen, nahezu sieben Stunden pro Tag, was zu ausgeprägter Bewegungsarmut (Sitzbelastung) führt – mit Risiken kurzfristig ebenso wie langfristig.
-
Tägliche, längere Bildschirmarbeit am Computer, insbesondere seit viele Unterlagen und Prozesse unseres Arbeitsalltags zunehmend digital bzw. papierlos geworden sind.
Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung für Telearbeit
Letztes Beispiel einer ausgefüllten Gefährdungsbeurteilung – ein besonderer Fall, da es eine Arbeitsorganisation betrifft, die sich in vielen Unternehmen infolge der gesundheitlichen Schutzmaßnahmen während der Pandemie stark verbreitet hat: Telearbeit. Diese Gefährdungsbeurteilung betrifft vor allem Beschäftigte mit typischen Bürotätigkeiten, die jedoch von zu Hause aus arbeiten.
Eine Gefährdungsbeurteilung für Telearbeit zu erstellen, war mit Abstand die komplexeste Aufgabe, die wir im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung bisher hatten. In einem Unternehmen ohne Telearbeit ist die Bewertung oft deutlich einfacher, weil alle Beschäftigten eine gemeinsame Arbeitsumgebung und in der Regel vergleichbare Arbeitsmittel nutzen.
Bei Telearbeit hat hingegen jede Person ihre eigene Arbeitsumgebung, wodurch sich auch die Risiken unterscheiden (z. B. Unterschiede bei langem Sitzen und Rückenbeschwerden zwischen einer Person mit einem ergonomischen Bürostuhl zu Hause und einer Person, die auf einem ungeeigneten Stuhl arbeitet). Hinzu kommt, dass die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen komplexer ist, weil sie nicht im Betrieb, sondern direkt im häuslichen Umfeld der Beschäftigten erfolgt – ein Bereich, in dem die Unternehmensleitung nur begrenzte Einflussmöglichkeiten hat.
Über diese technischen Aspekte hinaus stehen bei Telearbeit häufig psychische Belastungen bzw. psychosoziale Risiken im Vordergrund. Sie werden oft durch Isolation begünstigt: Der direkte persönliche Austausch nimmt ab, Missverständnisse treten leichter auf und dies kann Spannungen und Konflikte fördern.














